Beton in Stuttgart

Graffiti machen die Betonflächen erträglich

Bilder einer Straßenunterführung

Mit der Kamera ist man nicht immer schnell unterwegs und die Reichweite ist beschränkt. Mein Foto-Walk (so heißt das heute!) begann am Cannstatter Ende der König-Karls-Brücke, genauer eine Etage tiefer, dort wo die Unterführung der Brücke liegt. Die Graffitis werden jedem schon einmal aufgefallen sein, häufig findet man dort auch Skater vor, die mit lautem Knallen ihre Exerzitien veranstalten. An diesem Morgen war es ruhig, nur die Reste vergangener Feste standen noch herum. Ein Ort, bezaubernd scheußlich (Pater Brown hätte gesagt „Hübsch hässlich habt Ihr es hier) und symptomatisch dafür, wie Stuttgart sich am Neckar präsentiert. Aber Geduld. Das wird natürlich ganz anders, wenn sich in vielen Jahren schräg gegenüber am Wilhelma-Ufer Flusspferde im Schwabenschlamm räkeln werden.

Graffiti in Stuttgart

Übung: Versuche, in dem Wust von Graffiti, den Übermalungen und Löschungen einzelne Bilder und Tags zu isolieren und zu fotografieren. Eine schwierige Sache, weil es hier aussieht wie im Malbuch eines frustrierten Dreijährigen. Aber einige beeindruckende Bilder sind schon zu sehen. In der Realität leben sie natürlich von der Farbe, aber sie sind auch grafisch, um in Schwarzweiß gut auszusehen.


Info: In einem Interview las ich die Klage eines Architekten, der nicht verstehen wollte, dass die Menschen die Betonwüsten ihrer Innenstädte satt haben. Beton, so der Architekt, sei einer der dankbarsten und vielfältigsten Baustoffe, haltbar, formbar und belastbar.